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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Kulmbach
Markierung
Deutschlandkarte, Position von Kulmbach hervorgehoben
Koordinaten: 50° 6′ N, 11° 26′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Kulmbach
Höhe: 345 m ü. NN
Fläche: 92,77 km²
Einwohner: 27.202 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 293 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 95312–95326
Vorwahl: 09221
Kfz-Kennzeichen: KU
Gemeindeschlüssel: 09 4 77 128
Stadtgliederung: 37 Ortsteile
Adresse der Stadtverwaltung: Marktplatz 1
95326 Kulmbach
Webpräsenz:
Oberbürgermeister: Henry Schramm (CSU)

Kulmbach ist eine Große Kreisstadt im oberfränkischen Landkreis Kulmbach und Sitz des Landratsamtes.

Die Stadt ist bekannt wegen ihrer Biere (Kulmbacher Bierwoche), der Plassenburg, die unter anderem das Deutsche Zinnfigurenmuseum beherbergt, die größte Zinnfigurensammlung der Welt, und ihrer Bratwurst.

Inhaltsverzeichnis

Bearbeiten Geografie

Verkehrskarte aus dem Jahr 1912 mit Frankenwald am oberen rechten Rand

Bearbeiten Lage

Kulmbach liegt in der Mitte des bayerischen Regierungsbezirkes Oberfranken, etwa 25 km nordwestlich von Bayreuth. Am westlichen Stadtrand entsteht aus seinen beiden Quellflüssen, Roter und Weißer Main der Main.

Bearbeiten Stadtgliederung

Kulmbach gliedert sich in folgende Ortsteile:

  • Innenstadt (ca. 8.655 Einwohner)
  • Siedlung "Am Galgenberg" (ca. 4.224 Einwohner)
  • Industriegebiet (ca. 123 Einwohner)
  • Pörbitsch (ca. 754 Einwohner)
  • Blaich (ca. 2.029 Einwohner)
  • Kauernburg (ca. 584 Einwohner)
  • Weiher (ca. 639 Einwohner)
  • Herlas (ca. 526 Einwohner)
  • Forstlahm (ca. 622 Einwohner)
  • Leuchau (ca. 459 Einwohner)
  • Wickenreuth (ca. 68 Einwohner)
  • Mangersreuth (ca. 904 Einwohner)
  • Donnersreuth/Gößmannsreuth (ca. 103 Einwohner)
  • Ober-/Unterzettlitz (ca. 172 Einwohner)
  • Windischenhaig/Hitzmain/Aff. (ca. 320 Einwohner)
  • Katschenreut (ca. 887 Einwohner)
  • Melkendorf (ca. 730 Einwohner)
  • Seidenhof (ca. 451 Einwohner)
  • Burghaig (ca. 1.717 Einwohner)
  • Petzmannsberg (ca. 1.898 Einwohner)
  • Metzdorf (ca. 723 Einwohner)
  • Ziegelhütten (ca. 1.369 Einwohner)
  • Niederndobrach (ca. 214 Einwohner)
  • Höferänger (ca. 219 Einwohner)
  • Lehenthal (ca. 284 Einwohner)
  • Baumgarten (ca. 133 Einwohner)
  • Grafendobrach (ca. 167 Einwohner)
  • Lösau (ca. 126 Einwohner)
  • Kirchleus (ca. 288 Einwohner)
  • Ober-/Unterdornlach (ca. 194 Einwohner)
  • Altenreuth/Höfstetten (ca. 59 Einwohner)

Bearbeiten Geschichte

Aus der Zeit um 900 n. Chr. ist eine Kleinsiedlung im heutigen Stadtteil Spiegel bekannt, die aus einem Forsthof und einem bewehrten Fronhof zum Schutz des Mainübergangs am Grünwehr bestand. Das Gebiet ging später an die Grafen von Schweinfurt über, die sich in der Herrschaftsausübung meist von den Walpoten vertreten ließen.

Zum ersten Mal wurde der Name Kulmbach als kulma in einer Schenkungsurkunde in der Alkuinbibel zwischen 1028 und 1040 erwähnt. Der Name stammt von einem Bach, der vom Berg herunterkommt (Culmin-aha, Culmna). Dieser Bach wurde später aus einem Missverständnis heraus in Kohlenbach umbenannt.

Als die Schweinfurter Grafen im Mannesstamme ausstarben, kam Kulmbach durch die Heirat der Erbtochter Gisela mit Graf Arnold von Dießen an das Geschlecht der Dießen-Andechser.

Die Grafen erwarben weitere Gebiete rund um Kulmbach, erbauten im ersten Drittel des zwölften Jahrhunderts die erste Veste Plassenburg und gründeten in der heutigen Oberen Stadt eine Marktsiedlung und eine Kirche. Die Andechser erhielten im Jahre 1180 von Kaiser Barbarossa die Reichsfürstenwürde und den Herzogstitel von Meranien nach dem Ort Marano zwischen Venedig und Triest (heute Marano Lagunare). Um 1231 erhielt Kulmbach Stadtrechte. Anstelle der alten Plassenburg, über deren Standort man sich nicht sicher ist, erbauten die Herzöge auf einem Bergsporn oberhalb Kulmbachs eine neue Burg. Mit dem letzten Herzog von Meranien, Otto II., der 1248 kinderlos starb, endete die Herrschaft der Meranier.

Die Plassenburg von oben

Nach jahrelangen Erbstreitigkeiten fiel die Herrschaft Plassenburg und damit Kulmbach 1260 an das thüringische Grafengeschlecht Orlamünde. Die Orlamünder vollendeten die neue Plassenburg und gründeten das Kloster Himmelkron. Schließlich verpfändeten sie Burg und Stadt. 1340 übernahmen nach dem Tode des letzte Orlamünde auf Grund eines Vertrages die Burggrafen von Nürnberg aus dem Geschlecht der Hohenzollern Kulmbach und die Plassenburg.

Bis ins 17. Jahrhundert wurde die Plassenburg Residenz des Burggrafenamtes, später des hohenzollernschen Fürstentums Kulmbach (auch: Brandenburg-Kulmbach, bzw. nach 1604 Brandenburg-Bayreuth). Durch die günstige Lage an den Alt- und Geleitstraßen nach Bamberg, Nürnberg, Eger, Hof und Leipzig blühte der Handel in der Stadt - es bildeten sich Zünfte der Tuchmacher, Barchentweber, Färber und Seidensticker. Im Jahre 1398 lebten in Kulmbach 1500 bis 2000 Einwohner, dies lässt sich aus einem burggräflichen Bestandsverzeichnis über Grundstücke, Häuser und Steuern entnehmen. Die Stadt wurde regiert von einem herrschaftlichen Vogt, dem Bürgermeister und einem Rat angesehener Bürger.

Durch die Übertragung des Fürstenprivilegs 1363, der Kurwürde und der Mark Brandenburg 1415 nannten sich danach alle fränkischen Hohenzollern Markgrafen von Brandenburg-Kulmbach. Von 1411 bis 1529 standen Kulmbacher als Kanzler an der Spitze der Verwaltung der Mark Brandenburg (Dr. Friedrich Sesselmann, Sigismund Zehrer und Sebastian Stublinger).

Am 31. Januar 1430 brandschatzten die Hussiten die Stadt.

Matthäus Merian beschrieb dieses Geschehen im Jahre 1642 folgendermaßen: „Umbs Jahr 1430 haben die Hussiten aus Boheimb / Culmbach und Barreut angesteckt / und grosse Grausambkeit / wie die wilden Thier / an dem gemeinen Pöbel / und an vornehmen Personen verübt. / Die Geistlichen / Mönche und Nonen legten sie entweder auf das Feuer / oder führeten sie auff das gestandene Eyß der Wasser und Flüsse / (in Francken und Bayren) begossen sie mit kaltem Wasser / und brachten sie solcher Gestalt erbärmlich umb / wie Boreck in der Böhmischen Chronic pag. 450 berichtet.“ (Quelle: Frühwald (Hg.): Fränkische Städte und Burgen um 1650 nach Texten und Stichen von Merian, Sennfeld 1991.)

Im Zuge des Wiederaufbaus der weitgehend zerstörten Stadt wurde auch die Petrikirche in spätgotischem Stil wiedererrichtet, in der unter Markgraf Georg dem Frommen 1528 der erste evangelische Gottesdienst gefeiert wurde.

Der streitlustige Markgraf Albrecht Alcibiades wollte ganz Franken unter seine Herrschaft bringen und ein fränkisches Herzogtum gründen. Damit zog er sich die Gegnerschaft der Bistümer Bamberg und Würzburg zu, die sich mit der Freien Reichsstadt Nürnberg verbündeten. Im Bundesständischen Krieg, auch (2.) Markgräflerkrieg genannt, nahm diese Allianz am Konraditag (benannt nach den heiligen Konrad von Konstanz), dem 26. November 1553 Kulmbach ein und plünderte die Stadt (siehe Artikel Belagerung von Kulmbach und der Plassenburg). Am 21. Oktober 1554 wurde auch die Plassenburg, deren Besatzung den Feinden bis dahin standgehalten hatte, in Brand gesteckt und zerstört. Die Schlacht ist im Deutschen Zinnfigurenmuseum in Kulmbach nachgestellt. [1]

Blick über Kulmbach, Sicht auf Industriegebiet
Blick über Kulmbach, Plassenburg und Innenstadt
Historische Ansicht von Kulmbach

Bearbeiten Politik

Bearbeiten Oberbürgermeister

Bearbeiten Städtepartnerschaften

Bearbeiten Freizeit, Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bearbeiten Museen

Beflaggung der Kulmbacher Altstadt anlässlich des Bierfestes

Bearbeiten Bauwerke

Eingang zur Spitalkirche
Katholische Kirche „Zu Unserer Lieben Frau“ am Schießgraben, auch ULF genannt.


Bearbeiten Verkehr

Bearbeiten Wirtschaft

Kulmbach ist traditionell ein Produktionsstandort der Getränke- und Lebensmittelindustrie. Relativ neu am Ort sind die biotechnische Pharmazie in Gestalt der Roche Kulmbach GmbH (ehemals. Alnylam Europe AG), sowie der Bau und Vertrieb von Warmwasser- und Klimageräten, Wärmepumpen, Speicher- und Direktheizgeräten, wie sie die Glen Dimplex Deutschland GmbH herstellt. Die AGO AG ist gar auf Biomasse- und Blockheizkraftwerke, sowie den wärme- und kältetechnischen Anlagenbau in Kraft-Wärme-Kältekopplung spezialisiert.

Bearbeiten Ansässige Unternehmen

Bearbeiten Persönlichkeiten

Kulmbacher Rathaus mit den traditionellen Bierfässern anlässlich des Bierfestes

Bearbeiten Ehrenbürger

Hauptartikel: Liste der Ehrenbürger von Kulmbach

Bearbeiten Söhne und Töchter der Stadt

Bearbeiten Markgrafen von Brandenburg-Kulmbach

Bearbeiten Sonstiges

Bearbeiten Namenspatenschaften

Kulmbach ist auch der Name eines Airbus A321 der Deutschen Lufthansa mit dem Kennzeichen D-AIRL. Die Namensübertragung erfolgte am 3. November 1995.

Es besteht eine Patenschaft für das Minenjagdboot Kulmbach der Deutschen Marine (Minenjagdboot Klasse / Typ 333 - Kulmbach-Klasse).

Bearbeiten Kulinarische Spezialitäten

Die Kulmbacher Genossenschaftsbrauerei Kommunbräu in einer alten Mühle

Neben den üblichen oberfränkischen Spezialitäten ist die Kulmbacher Bratwurst hervorzuheben, aus mit hohem Kalbfleischanteil gefertigten feinen Mett, meist in einem Anisbrötchen, dem sog. „Stölla“ serviert. Weit über die Stadtgrenzen bekannt ist auch das von der Kulmbacher Brauerei AG gebraute Starkbier EKU 28, welches jahrelang als stärkstes Bier der Welt galt. Ihren Ruf als Lebensmittelstandort verdankt die Stadt Kulmbach auch der Bundesanstalt für Lebensmittelsicherheit (ehemalig Bundesanstalt für Fleischforschung), die seit den BSE-Skandal stark aufgewertet wurde.

Bearbeiten Bildung

Die Obere Volksschule Kulmbach ist eine der ersten zehn Ganztagsschulen in Bayern. Es existieren zwei Gymnasien, das Markgraf-Georg-Friedrich-Gymnasium und das Caspar-Vischer-Gymnasium, sowie die Carl-von-Linde-Realschule. Weitere hervorzuhebende Bildungseinrichtungen sind unter anderem: Akademie für Neue Medien, Schule für Pharmazeutisch-Technische Assistenten, Lebensmitteltechniker-Schule.

Bearbeiten Literatur

Bearbeiten Einzelnachweise

  1. Geschichte der Stadt Kulmbach auf der städtischen Homepage
  2. Birgit Tuchen, Öffentliche Badhäuser in Deutschland und der Schweiz im Mittelalter und der frühen Neuzeit, Michael-Imhof-Verlag, Petersberg 2003, ISBN 3-935590-72-5
  3. Das Kulmbacher Rathaus auf der städtischen Homepage
  4. Das Kulmbacher Badhaus auf der städtischen Homepage
  5. Kulmbacher Sehenswürdigkeiten bei Bayern Online
  6. Kulmbacher Sehenswürdigkeiten bei Bayern Online
  7. Roter Turm bei Kulmbach Tourismus und Veranstaltungsservice
  8. Petrikirche bei Kulmbach Tourismus und Veranstaltungsservice
  9. Spitalkirche bei Kulmbach Tourismus und Veranstaltungsservice
  10. Heilingschwertturm bei Kulmbach Eigenbetrieb Kultur
  11. Bedeutende Kulmbacher auf der städtischen Homepage

Bearbeiten Weblinks

Commons Commons: Kulmbach – Bilder, Videos und Audiodateien
Wikisource Wikisource: Kulmbach in der Topographia Franconiae (Mathäus Merian) – Quellentexte

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